Allgemein · DIY

Teppichläufer aus altem Bettlaken

Hej ihr Lieben ❤

Schon über ein halbes Jahr habe ich nun meinen gewebten Teppichläufer aus alten Bettlaken bei mir im Schlafzimmer und mag sie immer noch so gern! Den habe ich als Abschlussprojekt in meinem Weben-Seminar gemacht und bin total froh, dass er so gut ins Schlafzimmer passt. 🙂

Ich finde Weben ist auch einfach eine super schöne Winter-Beschäftigung und deshalb gibt es nun die Anleitung dazu. Denkbar einfach, auch wenn es natürlich einige Zeit dauert, und vor allem: 0€ Materialkosten, wenn man wirklich ein altes Laken nimmt!
Hier kommt jetzt also die Anleitung zu dem günstigsten Teppich aller Zeiten:

Was man dafür braucht:

Webrahmen (meiner war ca. 40 x 55 cm, kann man aber auch easy in eigener Größe selber bauen!)
Webschiffchen
Kamm
stabile Wolle oder Kettgarn
altes Bettlaken
Stoffschere
Stopfnadel
Webnadel

So geht’s:

Zum Beginn des Projekts wird der Webrahmen bespannt. Dafür mit stabiler Wolle oder dem Kettfaden eine Schlaufe Bildern (wie beim Fingerhäkeln) und über den ersten Zahn des Rahmens legen. Dann nach und nach den kompletten Rahmen bespannen. Am ende das Garn noch um ein paar Zähne rumwickeln, um es festzuhalten.
Mein Rahmen war nur 40x55cm groß. Da mein Teppich am Ende aber ein langer Läufer werden sollte, habe ich meinen Webrahmen 10x bewegt und die Teile am Ende aneinander genäht.
Wer mag kann sich den Webrahmen aber auch in gewünschter Größe (oder zumindest schon in passender Breite) aus zusammengeschraubten Holzlatten und vielen eingeschlagenen Nägeln selber bauen!

Um das Garn zum Weben zu erhalten, muss das Bettlaken zerschnitten, bzw. zerrissen werden. Dafür in ca. 1cm Breite das Laken mit der Stoffschere ein Stück einschneiden und kräftig reißen. Klappt das nicht, dass die Streifen gerade bleiben, muss komplett geschnitten werden. Die geschnittenen Lakenstücke können dann zu Knäulen zusammengerollt werden.

Zum Weben die Stoffstreifen auf das Webschiffchen wickeln und immer über einen Faden drüber, unter einen Faden drunter, hin und her weben. Am Anfang bleibt ein Stück Stoffstreifen ein paar cm raushängen, der wird später auf der Rückseite vernäht.
Zwischendurch die gewebten Reihen immer mit einem Kamm zusammenschieben, damit das Webstück auch fest genug wird. Wenn ein Knäuel alle ist, können die Enden zweier Stoffstreifen einfach miteinander verknotet werden, damit direkt weitergewebt werden kann.

Wenn der Webrahmen so vollgewebt ist, dass das Schiffchen nicht mehr durchpasst, muss mit der Webnadel weitergewebt werden. Den Webrahmen dann bis ganz zum Ende füllen, das vereinfacht das Abnehmen des Webstückes nämlich enorm! Dafür wie auf den Fotos zu sehen die ersten zwei Webmaschen abnehmen, die erste über die zweite legen, dann die zweite über die dritte und immer so weiter. Die letzte wird dann auf der Rückseite in dem Webstück vernäht. So bekommt man einen super sauberen Abschluss an den Kanten und muss nur einen Faden vernähen, statt alle! 🙂

Wie man hier auf dem Foto sieht, werden Webstücke beim Weben meist etwas konisch. Ganz gerade weben kann man leider nur mit einem Webrahmen, der Stangen an den Rändern hat und sich das Webstück so nicht verziehen kann.
Ich habe mir das Verzogene aber zu Nutzen gemacht und die Webstücke einfach immer gegenteilig aneinander gelegt. So entstand aus zwei konisch geformten Teilen wieder ein vollständiges Rechteck.

Für meinen Teppichläufer habe ich insgesamt 10 Teile gewebt. Diese Teile habe ich mir erst alle wie es mir gefiel auf dem Boden drapiert. Dabei habe ich vor allem darauf geachtet, dass die gegenüberliegenden Teile zusammen immer so rechteckig wie möglich aussahen. Mit einem weiteren Stoffstreifen des Lakens und einer Stopfnadel habe ich dann erst die nebeneinanderliegenden Teile aneinandergenäht, sodass ich dann nur noch 5 größere Rechtecke hatte. Die habe ich dann ebenfalls nach und nach mit Stoffstreifen aneinander befestigt. So endstand letztendlich ein langer Läufer. Da der komplette Teppich aus dem selben Stoff gewebt wurde, fielen die zusammengenähten Teile meiner Meinung nach auch gar nicht so auf.

Zum Schluss habe ich dem Teppich noch Fransen verpasst. Dafür habe ich aus dem Garn, mit dem ich auch den Webrahmen bespannt habe, kleine Stücke abgeschnitten und in regelmäßigen Abständen an die Teppichenden geknotet. Dabei wird das doppelt genommene Garn einfach zur Hälfte durch eine Lasche am unteren Ende des Teppichs gezogen und die beiden Garnenden durch die entstehende Öse gezogen.

Eigentlich wollte ich meinen langen Teppichläufer erst in den Flur legen. Irgendwie gefiel er mir aber beim zusammennähen im Schlafzimmer (da hatte ich einfach am meisten Platz :D) so gut, dass ich ihn dann lieber dort haben wollte. Da so ein riesiger Läufer aber ja nicht wirklich sinnvoll ist, habe ich ihn tatsächlich noch einmal geteilt. Ein kleiner Teil aus 4 Webteilen liegt nun vor meinem Bett, ein etwas längerer Teil aus 6 Webteilen vor meinem Sessel. 🙂 Und natürlich habe ich an die Seiten beider Teppiche noch Fransen geknüpft.
Ich mag die Kombination mit Teppich und Sessel nun total gerne in dieser Ecke des Schlafzimmers! (Die Anleitung zu meinem Sessel findet ihr übrigens hier!)

Ihr Lieben ich bin total gespannt, wie euch der Beitrag und vor allem der Teppich gefallen. Gebt mir doch gern hier oder auf Instagram @frollein.nessa ein Feedback, ich freue mich darauf!
Und falls ihr auch Lust bekommen habt euch einen Teppich aus alten Laken zu weben zeigt mir eure Kreationen doch gern auch Instagram. 🙂

Bis dahin, habt es fein ❤
Eure Vanessa

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